Minitabletten aus dem 3D-Drucker gegen Lieferengpässe bei Kinder-Arzneimitteln?

Durch die Lieferengpässe bei flüssigen Arzneiformen für Kinder sind Methoden zum Schließen von Versorgungslücken in der Pädiatrie derzeit besonders gefragt. Jüngst wurde immer wieder empfohlen, zu prüfen, ob die Kinder nicht doch auch schon Tabletten schlucken können. Wären spezielle Minitabletten aus dem 3D-Drucker für Kinder eine Lösung für viele Probleme? 

Vergangenen Montag sprach Professor Breitkreutz auf dem Pharmacon-Kongress im österreichischen Schladming über Arzneiformen für Kinder. Dabei beleuchtete er auch die Möglichkeiten des 3D-Drucks für die Rezeptur und Defektur im Bereich pädiatrischer Darreichungsformen. 

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Eine sogenannte Minitablette hat einen Durchmesser von 3 mm oder weniger. In über 40 Studien an Säuglingen, Kleinkindern und Kindern soll laut Professor Breitkreutz von der Universität Düsseldorf gezeigt worden sein, dass Minitabletten eine kindgerechte Darreichungsform darstellen. 

Solche Minitabletten könnten mit 3D-Druckern in der Apotheke gedruckt und individuell an das Kind angepasst werden, erläuterte er. Das sei ein Vorteil gegenüber massentauglichen Industriearzneimitteln. Im Rahmen der Rezeptur oder Defektur könnten Versorgungsengpässe mit 3D-Drucktechnologien in der Offizin abgepuffert werden.

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Sogenannte Filamentdrucker, die bereits für 900 Euro zu haben seien, könnten feste, verdichtete Tabletten herstellen. Bei der Gelextrusion hingegen werde ein Gel durch Düsen gedrückt: Eine filigrane, trabekelartige Struktur in der Mitte einer Kapsel entsteht, die Oberfläche ist glatt. Dadurch greifen andere pharmakokinetische Mechanismen, da die Tablette von innen zerfällt. Ein derartiger Drucker habe bereits eine Zulassung bei der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA. 

Eine weitere Technologie ist eine Art 2D-Druck. Dabei würden Kapselunterhälften durch eine automatische Flüssigdosierung gefüllt und anschließend die Kapselhälfte an der Luft getrocknet. Dann wird die zweite Hälfte aufgesetzt. Zwei Stunden dauert die Herstellung von 50 solcher Darreichungsformen. 

Mit den drei beschriebenen Druckmethoden könnten kindgerechte Minitabletten in der Apotheke gefertigt und Versorgungsengpässen entgegengetreten werden, so Breitkreutz.


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