Ex-ABDA-Sprecher Kern: Von der Standesvertretung zu DocMorris

Der ehemalige ABDA-Kommunikationschef Reiner Kern hat einen neuen Arbeitgeber: den niederländischen Versandhändler DocMorris. Kern tritt dort einer Mitteilung zufolge ab 1. November seinen Job als Director Communications and Public Affairs an.

Was macht eigentlich Reiner Kern? Diese Frage haben sich in der Branche wohl so einige gestellt, seit der Kommunikationschef der ABDA Ende vergangenen Jahres plötzlich von der Bildfläche verschwand. Er verlasse die ABDA „auf eigenen Wunsch“, um sich beruflich neu zu orientieren, hieß es damals. Offiziell endete sein Dienstverhältnis Ende des Jahres, de facto war er aber ab Anfang Dezember nicht mehr im Amt.

Seit dem heutigen Tag ist klar, wohin Kerns Weg führt – zum niederländischen Versender DocMorris. Ab dem 1. November 2023 fungiert er dort als Director Communications and Public Affairs. In der neu geschaffenen Position verantworte er die externe und interne Kommunikation sowie die politische Kommunikation für das gesamte Unternehmen, heißt es in einer Mitteilung. Er berichtet an den CEO der DocMorris AG, Walter Hess.

Mehr zum Thema

Bellartz, Rogalla und Co.

Die ABDA und ihre Pressesprecher

Öffentlichkeitsarbeit

ABDA und Pressesprecher Kern gehen künftig getrennte Wege

Kern-Nachfolge geklärt

Benjamin Rohrer wird ABDA-Kommunikationschef

„Dr. Reiner Kern kennt den Politikbetrieb und die Medienlandschaft bestens. Er ist mit seiner jahrelangen Erfahrung im Gesundheitswesen und speziell dem Apothekenmarkt ein ausgewiesener Branchenexperte“, sagt CEO Walter Hess. „Dem Markt stehen spannende Zeiten bevor, gerade mit Blick auf die verpflichtende Einführung des E-Rezepts in Deutschland. Wir freuen uns, diesen Herausforderungen gemeinsam mit Reiner Kern zu begegnen.“

Die Pressestelle der ABDA leitete Kern von 2014 bis Ende 2022. Unter Kern als Pressesprecher sei die Kampagnenarbeit diversifiziert, die Pressearbeit neu ausgerichtet und neue Veranstaltungsformate etabliert worden. Ein besonderer Schwerpunkt habe dabei auf dem Ausbau der Social-Media-Präsenz gelegen, schrieb die ABDA zum Abschied. Allerdings hatte Kern innerhalb der ABDA nicht nur Fans. So äußerte sich beispielsweise die ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening vorsichtig kritisch, was die Öffentlichkeitsarbeit der Bundesvereinigung betrifft. „Wir wollen agil, mutig und sichtbar sein“, sagte sie. Diesbezüglich deutete sie jedoch an, Luft nach oben zu sehen. 

Und auch unter den Apotheker:innen war er umstritten: Viele bemängelten, die ABDA sei zu wenig sichtbar und es gelänge nicht, vor allem in den Publikumsmedien ausreichend auf die Belange des Berufsstands aufmerksam zu machen. Vom „Kernproblem“ war gar vereinzelt die Rede. Der ehemalige DAZ.online- und PZ-Chefredakteur Benjamin Rohrer trat dann im April 2023 Kerns Nachfolge bei der ABDA an.


Quelle: Den ganzen Artikel lesen