Taxis versus Uber: Was die Diskussion mit den Apotheken zu tun hat

In der Süddeutschen Zeitung war am gestrigen Donnerstagein Kommentar zu lesen mit dem Titel „Taxis vs. Uber“ – Ein dickes Brett fürScheuer“. Wie die Dachzeile verrät, geht es um die geplante Deregulierung desPersonenbeförderungsgesetzes. In der Diskussion darum gibt es vieleParallelen zum Apothekenmarkt. Ein Kommentar von DAZ.online-ChefredakteurinJulia Borsch.

Was haben Apotheken mit Taxis gemeinsam? Mehr als man aufden ersten Blick denkt. Sie haben nämlich beide einen gesetzlich geregelten Versorgungsauftrag.Für Apotheken besteht bekanntermaßen Kontrahierungszwang, sie sind zur Teilnahmean Nacht- und Notdienst verpflichtet, zudem gibt es im Rx-Bereich und bei denLeistungen, die sie für die GKV erbringen, Preisvorschriften, die einzuhaltensind. Taxiunternehmen sind ebenfalls verpflichtet, rund um die Uhr ihre Diensteanzubieten, 365 Tage im Jahr. Und auch sie müssen sich an vorgegebene Preisehalten, die von den Kommunen bestimmt werden, und dürfen Fahrten nicht grundlos ablehnen. Zudem gibt es in beidenBranchen Vorgaben an die Qualifikation des Personals, Taxifahrer müssen zumBeispiel immer noch eine Ortskundeprüfung ablegen.

In den letzten Jahren kam bei beiden eine weitereGemeinsamkeit dazu. Sie müssen sich einem ungleichen Wettbewerb stellen – imTaximarkt mit Uber, die Apotheken treten in Konkurrenz mitArzneimittelversendern aus dem EU-Ausland. Die neuen Player im Markt pickensich die Rosinen aus dem Kuchen und machen mit Kampfpreisen oder Boni denEtablierten das Leben schwer. Um die zum Teil nicht besonders attraktive odersogar defizitäre Grundversorgung scheren sie sich recht wenig. Die wird denenüberlassen, die dazu verpflichtet sind.

Noch weniger Regeln für Uber

Bei der Personenbeförderung droht nun noch eine Auflage für Uber wegzufallen.Bundesverkehrsminister Scheuer plant eine Reform des Personenbeförderungsgesetzes,mit der die Rückkehrpflicht zur Zentrale für Mietwagen entfallen soll. Derzeitmüssen Uber-Fahrer nach jeder Fahrt zumindest theoretisch zur Zentrale zurückund dürfen nicht wie Taxis an der Straße Fahrgäste aufsammeln. Viele Fahrerhalten sich da heute schon nicht dran. Scheuer will es den Städten überlassen,ob sie weiterhin auf die Rückkehrpflicht bestehen.

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